Wenn etwas das Bild und das Leben der Menschen in der Hansestadt Hamburg prägt, dann mit Sicherheit die Alster. In der ältesten überlieferten Urkunde vom Ende des 11. Jahrhunderts taucht der Name des Flusses als Alstra auf. Über die Jahrhunderte tauchen in Dokumenten verschiedene Schreibweisen auf, ab dem 15. Jahrhundert setzte sich Alster als Name durch.
Als Nebenfluss der Elbe fließt sie 56 Kilometer weit durch Süd-Holstein und Hamburg. Im Innenstadtbereich Hamburgs nimmt der Alstersee mit der Binnen- und der Außenalster eine große Fläche ein. Die Außenalster, mit ca. 164 Hektar und bis zu 4,5 Meter tief, ist der größere, nördliche Teil des Alstersees.
An den Ufern prägt seit der Gründerzeit die Bebauung mit Büro- und Geschäftshäusern mit grünen Kupferdächern über den weißen Fassaden das typische Erscheinungsbild.
Ab 1953 entstand rund um die Außenalster der Alsterpark, 1953 wurde der westliche Teil anlässlich der IGA (Internationale Gartenbauausstellung) ausgebaut. Der fast ausnahmslos freie Blick auf die Alster zieht zu verschiedenen Anlässen über das Jahr hin viele Touristen und Besucher an, aber ganz besonders beim alljährlichen Feuerwerk zum Kirschblütenfest der japanischen Gemeinde, das seit 1968 an die Pflanzung der rund 5000 Kirschbäume erinnert, die damals von japanischen Firmen mit Sitz in Hamburg gestiftet worden waren.
Die Außenalster fließt im Süden in die Binnenalster ab.
Auf dem Gebiet der Gemeinde Henstedt-Ulzburg entspringt die Alster an ihrer Quelle in Henstedt-Rhen und mäandert mit mehreren Wechseln der Himmelsrichtung.
Der Alsterstreek bezeichnet die den Bereich von Ohlsdorf bis zur Alstermündung. Dort ist die Alster künstlich begradigt. Die Fuhlsbüttler Schleuse hat die Alter in der Zeit von 1913 bis zu ihrem Abbruch 2011 kanalisiert und wurde dann durch ein Wehr ersetzt.
Übrigens ist der Alstersee nicht natürlichen Ursprungs: Graf Adolf III. ließ 1190 den Fluss mit einem Damm zu einem Mühlenteich anstauen, damit eine große Kornmühle betrieben werden konnte. Nach dem Namen des späteren Pächters hieß der Damm lange Zeit Reesedamm. Nach dessen Verbreiterung wurde er zum heute bekannten Jungfernstieg.
Von 1616 bis 1625 wurden die Hamburger Wallanlagen errichtet, die von nun an Außen- und Binnenalster trennen. Später wurde hier die Lombardsbrücke gebaut, 1953 durch die Neue Lombbardsbrücke ergänzt, die man heute als Kennedybrücke kennt.
Die Fuß- und Radwege rund um den Alstersee sind für die Hamburger:innen ein beliebtes Naherholungsgebiet und wird für Spaziergänge und Jogging weidlich genutzt. Läufer können sich an den Halbkilometersteinen auf dem 7,4 Kilometer langen Rundweg orientieren. Auch Touristen zieht diese sehenswerte Strecke an.
Auf dem Wasser tummeln sich neben Standup-Paddlern auch Tret- und Segelboote, obwohl das Segeln wegen häufig wechselnder Windrichtungen nicht ganz einfach ist.
Außerdem liegen das bekannte Hotel Atlantic in St. Georg am südöstlichen Ufer. Mit Harvestehude im Westen und den Straßen Bellevue (Winterhude) und Schöne Aussicht (Uhlenhorst) im Nordosten finden sich hier einige der begehrtesten Wohnlagen Hamburgs.
Die Verbindung zwischen dem Alsterfleet und der Binnenalster ist die Kleine Alster., ein Flussabschnitt von nur 200 Metern Länge und 40 Metern Breite, gestaut durch die Rathausschleuse.
Drumherum liegen die Alsterarkaden, der Reesendamm, die Reesendammbrücke und die Schleusenbrücke.
Wegen der geringen Höhe der Brücken kann die Kleine Alster nicht von großen Schiffen befahren werden. Ein Teil der Alsterflotte ist daher so dimensioniert, dass deren Schiffe über die Kleine Alster das Fahrgebiet von Elbe und Bille erreichen können.
Touristen kommen hier sehr gerne zum Füttern der Schwäne.
In sehr kalten Wintern friert die Alster zu und Hamburg lädt ein zum Alstereisvergnügen.