Ein imponierendes Gebäudeensemble aus Tuffstein findet man in St. Pauli an der Elbe zwischen Niederhafen, Fischmarkt und Reeperbahn, das weiß nicht nur Klein Erna, die Zentralgestalt zahlreicher Witze und Anekdoten mit Hamburger Lokalkolorit:
Klein Erna geht mit ihr’n Heini in Dunkeln spazieren. Und wie sie inne Gegend von Bismarckdenkmal sind, sagt Klein Erna mit’n mal: „Heini, wis ma sehn, wo ich an Blinddaam opariert bin?“ „O ja, Klein Erna, zeig mal her!“ „Kuck mal, da unten, wo die vielen Lichter brennen, da is das Hafenkrankenhaus, da bin ich an Blinddaam opariert!“. Hamburger Humor.
Heutzutage dienen sie als U-Bahn- und S-Bahn-Haltestellen.
Der Bahnhof der U-Bahn wurde bereits seit 1906 gebaut und am 29. Juni 1912 eröffnet. Seit dem 1. Juni 1975 gibt es hier zusätzlich eine Haltestelle der S-Bahn. Der Bahnhof ist mit einer breiten Fußgängerbrücke mit den Anlegern der Fährschiffe verbunden.
Hier legen auch die berühmten Boote zur Hafenrundfahrt an und ab, viele Touristen lassen sich vom anderen Elbufer aus zu den Musical-Theatern hierher übersetzen. Mit der HADAG-Fähre 62 kann man auf die Elbe hinaus schippern oder für einen Tagesausflug den Katamaran nach Helgoland entern.
Weithin sichtbar und zur Skyline des Hamburger Hafens gehörend sind die zwei markanten Türme und die Kuppeln mit ihren grünen Kupferdächern. Am höheren der
beiden Türme kann man vom Ufer aus neben der Uhrzeit auch den Pegelstand der Norderelbe ablesen, die Glocke läutet zur vollen und halben Stunde.
Das 205 Meter lange Abfertigungsgebäude mit seinen zahlreichen Durchgängen zu den Schiffsanlegern wurde 1907 von den Architekten Raabe und Wöhlecke neu errichtet, während die eindrucksvollen Bauplastiken von dem deutschen Bildhauer Arthur Bock stammen und exakt die ästhetischen Vorstellungen der damaligen Jugendstil-Epoche zeigen. An der Nordseite des Pegelturms befindet sich neben der maritim gestalteten Türumrahmung ein Relief mit der Inschrift „Wohr Di, wenn de Blanke Hans kummt“ (Wehe Dir, wenn der Blanke Hans kommt: Der Blanke Hans ist der Begriff für Sturmflut).
Das Gebäude steht seit 2003 unter Denkmalschutz.
Schon 1839 wurde der erste Schiffsanleger eröffnet, um das Laden und Löschen der Kohledampfer mit dem nötigen Sicherheitsabstand zu den damals näher am Ufer stehenden Häusern zu ermöglichen. Man befürchtete damals für den Fall eines Feuerausbruchs ein Übergreifen von Flammen auf die Wohnhäuser. Der Anleger bestand aus schwimmenden Pontons, neun bewegliche Brücken ermöglichten den Zugang vom Festland aus.
Der neuere Schiffsanleger wurde ursprünglich als Anlegestelle für Personendampfer der Überseelinien genutzt, darunter die Linienschiffe der HAPAG. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Anleger von 1907 zerstört, in den Jahren 1953 bis 1955 hat man die Pontons erneuert. Zwischen den Brücken 2 und 3 1976 hat man das letzte neue Verbindungsstück eingesetzt. 1999 wurden die Überdachung und die Beleuchtung modernisiert.
Selten bleibt es an einem schönen Tag nur beim Besuch der Landungsbrücken. Neben einer Hafenrundfahrt locken auch der Alte Elbtunnel und die Museumsschiffe Cap San Diego und Rickmer Rickmers zum Hafen. Auch ein Bummel entlang der Touristenshops ist interessant, für eine Pause bieten zahlreiche Gastronomie-Betriebe Hamburger Spezialitäten von Labskaus über Fischbrötchen bis Aalsuppe an. Mit einem Franzbrötchen in der Hand flanieren und dabei Container- und Kreuzfahrtschiffe zu beobachten, kann sehr entschleunigend wirken.