In einen ehemaligen Wasserturm im Stadtteil Winterhude kommen Freunde und Interessierte der Astronomie, um in einem der ältesten Sternentheater der Welt die Faszination des Weltalls zu erleben.
Trotz seines Alters gehört das Hamburger Planetarium zu einem der modernsten weltweit, denn es hat eine rund zweijährige Umbauphase hinter sich, die bis 2017 gedauert hatte.
Deutschlandweit ist es eines von neun Großplanetarien und erfreut sich jährlich wachsender Beliebtheit, ist es doch das meistbesuchte in Deutschland.
Seit der Modernisierung gab es dort mehr als 2300 Veranstaltungen, zu denen sich rund 380.000 Besucher:innen einfanden.
Das Planetarium gilt als eines der Wahrzeichen im Hamburger Norden.
Den rund 65 Metern hohen Turm hatte man in den Jahren 1912 bis 1915 als Wasserturm errichtet, aber nur bis 1924 als solchen benutzt. 1929 begann unter der Leitung des Architekten Hans Loop der Umbau, der sich als äußerst aufwändig erweisen sollte.
Die Basis bildete ein unter dem Wasserbehälter geschaffener zylindrischer Raum mit einer Höhe von 23 Metern, den man mittels Zwischendecke in zwei Etagen mit je 22 Metern Durchmesser unterteilte.
Am 30. April 1930 öffnete das eindrucksvolle Gebäude erstmals seine Pforten für Besucher. In der unteren Etage befand sich der Kassenraum mit Ausstellungs- und Sammlungsräumen und einer Wandelhalle, in der oberen erwartete das Publikum die eigentliche Planetariumskuppel mit 20,6 Metern Durchmesser als Kernstück der Anlage, die seit der Eröffnung als Projektionskuppel fungiert.
1970 wurden die ursprünglichen Holzstühle gegen eine Kunststoffbestuhlung für 270 Besucher:innen ausgetauscht, seit dem Umbau 2002/2003 stehen 253 moderne Liegesessel zur Verfügung, die deutlich mehr Komfort bieten.
Die Sammlung astronomisch-astrologischer Literatur von Aby Warburg, die ursprünglich dort in vollständig restaurierter Form im unteren Stockwerk gezeigt worden war, befindet sich seit 1993 im Kunsthistorischen Institut der Universität Hamburg, ansonsten befindet sich die Bibliothek aber noch dort.
Nach Errichtung gestaltete die Malerin Dorothea Maetzel-Johannsen die Wandelhalle im Stil der Zeit. Sie verstarb jedoch vor der Fertigstellung, der Künstler Heinrich Groth vollendete die Malereien. Die Ausstellung im unteren Stockwerk ist im Laufe der Zeit immer wieder den unterschiedlichen Interessen der Besucher und der Planetariumsleitung angepasst worden. Vom Schwerpunkt der Geschichte der Astronomie verschoben sich die vermittelten Inhalte im Lauf der Zeit mehr und mehr hin zu den Themen Raumfahrt und Erforschung des Sonnensystems. Ende der 1990er-Jahre gab es im unteren Geschoss, Meteoriten, Modelle von Raumfahrzeugen, Darstellungen und Fotos der Erde und des Sonnensystems zu sehen, außerdem war einer der zu dieser Zeit größten Mondgloben der Welt ausgestellt.
Schon früh gab es im Planetarium moderne museumspädagogische Ansätze und Experimente mit Multimediashows: Statt des Sternenhimmels standen Musik und visuelle Effekte im Vordergrund. Auch klassische Konzerte unter dem künstlichen Sternenhimmel waren Publikumserfolge.
Bekannte Wissenschaftler hielten hier Vorträge: Heinz Haber, Jesco von Puttkamer, Rudolf Kippenhahn, Bernd Loibl, Reimar Lüst, Sigmund Jähn, Gerhard Neukum und Hartmut Graßl.
Nach dem Umbau 2002/2003 wurde die Trennung der Vorstellungen in Schulvorstellungen und öffentliche Vorstellungen aufgegeben und die Anzahl der zeitgleich angebotenen Vorstellungsthemen erhöht. Die jeweiligen Themen werden bis zu dreimal wöchentlich über einen Zeitraum von mehreren Monaten angeboten, ergänzt durch Sondervorträge und Konzerte und Unterhaltungsprogrammen an Wochenenden und abends.
Die mit Treppe oder Fahrstuhl erreichbare Aussichtsplattform im 8. Stockwerk bietet einen Rundblick über ganz Hamburg.